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Wanderung um die Elzauen

 

Der Schwarzwaldverein unternahm mit dem Umweltbeauf-

tragten der Gemeinde, Holger Weis, eine informative und zeit-

geschichtliche Wanderung um das renaturierte Elzflussbett

zwischen Köndringen und Riegel.

Die Elz war bis Anfang des 19. Jahrhunderts ein Fluss mit

einem bis zu 400 Meter breiten und bei Hochwasser sich verän-

derndem Flusslauf. Die landwirtschaftliche Nutzung wurde da-

durch eingeschränkt. Es entstanden auchSumpfgebiete, die die

Krankheit Sumpffieber, genannt „Malaria“, verursachten. Um

1835 wurde der Flusslauf verengt und mit Deichen versehen. Die

Umgebung war nun vor dem Hochwasser geschützt auf Kosten

der Natur.

Ab 1990 waren Planungen, den Flusslauf beziehungsweise

Kanal zu ändern, um den Gewässerlebensraum und die Auen-

bereiche ökologisch wieder aufzuwerten. Im Jahr 2000 wurde

die Europäische Wasserrahmen-Richtlinie festgelegt. Mit der

Kostenbeteiligung der Bahn mit dem dritten und vierten Gleis

konnten nun diese geforderten Maßnahmen von 2015 bis 2017

durchgeführt werden. Es entstand eine Naturlandschaft mit

Rückhalteflächen bei Hochwasser, Dammbreschen, um das

Hochwasser in die Auenwaldflächen einzuleiten. Durch die sich

von Zeit zu Zeit durch Hochwasser verändernden Flussläufe

werden die Lebensraumbedingungen für Fische und Wasservo-

gelarten verbessert. Gefährdete Pflanzen und Tierarten wie die

„Gemeine Flussmuschel“ oder die Schmetterlingsart „Wiesen-

knopf-Ameisen-Bläuling“ haben hier eine Heimat, im Außen-

bereich wurden Trockenmauern für Eidechsen errichtet. Zur

besseren Kontrolle des Gebietes wurde ein Jagdrecht vergeben.

Zum Abschluss gab es noch allgemeine Informationen über

die Elzbegradigung mit dem Leopoldskanal und Johann Gott-

fried Tulla (1770 bis 1828), gestorben an Malaria, der für das

Großherzogtum Baden die Flussbegradigungen erstmals ge-

plant und geleitet hat.

Der Schwarzwaldverein dankt hiermit noch einmal Holger

Weis für seine Führung.