Schwarzwaldverein droht Auflösung

Von Annika Sindlinger

Mo, 11. März 2019

Teningen

Obwohl alle Mitglieder des Vorstands aufhören wollen, machen sie mangels Kandidaten bis zum Jahresende weiter.

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  • Langjährige Mitglieder zeichnete die Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Teningen aus. Foto: Annika Sindlinger

TENINGEN. Für die Teninger Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins wird das kommende Jahr zeigen, ob der Verein weiterhin bestehen bleiben kann: Der gesamte Vorstand will aufhören. Bei der Hauptversammlung im evangelischen Gemeindehaus sollten am Freitag Nachfolger gewählt werden. Da sich niemand bereit erklärte, den Vereinsvorsitz zu übernehmen, musste der bisherige Vorstand wiedergewählt werden, damit der Verein weiter bestehen kann. Wird in diesem Jahr kein neuer Vorstand gewählt, droht dem Verein die Auflösung.

"Wir bemühen uns schon seit drei Jahren um Nachfolger, aber bisher erfolglos", sagte die Vorsitzende Renate Geisert. Sie bekleidet ihr Amt mittlerweile seit 16 Jahren und möchte sich aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen. "Die Zukunft des Vereins beschäftigt mich sehr. Wir haben viel aufgebaut und leisten gute Arbeit für die Bevölkerung, aber ein Ehrenamt wie dieses erfordert auch Zeit", erklärte sie. "Wandern lohnt sich, es fördert die Gesundheit und senkt beispielsweise den Blutdruck", warb sie.

Zu den Aufgaben des Vereins gehört es in erster Linie, ein attraktives und abwechslungsreiches Wander- und Freizeitprogramm anzubieten. Jede Wanderung wird dazu, je nach Gebiet, zwei- bis dreimal vorab getestet. Die Ortsgruppe unterhält Wanderwege, erneuert fehlende Schilder oder sorgt dafür, dass diese gut sichtbar sind.

Im vergangenen Jahr verstarb Wegewart Walter Popp, ein engagiertes Vereins- und Vorstandsmitglied, das dem Verein sehr fehlt. Sein Amt übernahm Wanderwart Konrad Ganz. Künftig wird er von sogenannten Wegepaten unterstützt, die die Betreuung von Wanderwegen für einen Ortsteil wie beispielsweise Nimburg übernehmen.

Finanziell steht die Ortsgruppe gut da, auch wenn die Einnahmen des vergangenen Jahres die Ausgaben nicht ganz decken. Bemerkbar machen sich unter anderem die fehlenden Einnahmen des Sommerfestes, erklärte Kassenwart Siegfried Spürgin.

 

Mehr als 1000 Teilnehmer waren mit dem Verein auf Tour


Im zurückliegenden Jahr gab es laut Konrad Ganz 42 Unternehmungen, 33 davon waren Wanderungen im Breisgau, im Schwarzwald, am Kaiserstuhl, im Elsass oder gar in Kroatien. An diesen Wanderungen nahmen insgesamt 860 Menschen teil, 355 Kilometer wurden erwandert. An den neun angebotenen Radtouren nahmen 164 Mitradler teil, dabei wurden 430 Kilometer zurückgelegt. Von den insgesamt 1024 Teilnehmern waren 305 Gäste. Außerdem wurden 90 Prozent der notwendigen Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Derzeit zählt der Verein 300 Mitglieder.

Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker bedankte sich bei den Mitgliedern des Vorstandes für die Bereitschaft, ihre Ämter bis Ende des Jahres weiterzuführen. Dies sei ein großes Entgegenkommen, erklärte er. Ohne einen ersten oder zweiten Vorsitzenden sei der Verein handlungsunfähig, erläuterte Hagenacker – und bot seine Hilfe an. "Es wäre traurig, den Verein zu liquidieren, da er ein wichtiger Traditionsverein für die Gemeinde ist und uns mit beispielsweise Neubürgerwanderungen sehr unterstützt", schloss er. Auch Monika Distler, die Vorsitzende des Bezirk Elztal − Nördlicher Breisgau, bot ihre Hilfe an und versicherte, dass sich eine Lösung finden werde. "Wir müssen zusammen schauen, was machbar ist. Für mich ist das Glas immer halb voll, nicht halb leer", sagte sie.

Ehrungen: Für 25 Jahre Mitgliedschaft: Helene Danner, Renate Geisert, Norbert Giessler, Gerhard Kerzenmachern, Waltraud Müller und Horst Piske. Für 40 Jahre Mitgliedschaft: Hildegard Armbruster, Peter Beuchert, Dietmar Dissler, Lothar Fritsch, Leni Krupinski, Peter Rahden, Helga Schlechter-Bonk, Claus und Beate Sütterlin.