Heimbach hat die meisten Kleindenkmale!
In ganz Teningen liegen 53 auf der Gemarkung des kleinsten Ortsteils.
BZ Artikel vom Samstag 09. August 2014


Heimbach hat die meisten

Von den 104 Kleindenkmalen in ganz Teningen liegen 53 auf der Gemarkung des kleinsten Ortsteils.

  1. Noch rätseln Konrad Ganz (r.) und Hans Schindler, warum auf dem Bäckermaidli-Gedenkstein ein orthodoxes Kreuz eingemeißelt ist. Foto: Lauffer

 

TENINGEN. Jetzt haben die Erfasser ihre Liste von 104 Kleindenkmalen in allen Dörfern Teningens mit ausführlicher Dokumentation an das Landratsamt übergeben. Die Teninger können sich darauf freuen, dass daraus in absehbarer Zeit ein umfangreiches Werk mit Bildern entstehen wird. Die meisten Objekte befinden sich im kleinsten Ort, auf Heimbacher Gemarkung.

In allen Ortsteilen Teningens hat der Schwarzwaldverein, unterstützt in Heimbach durch den Bürgerverein, diese Kleindenkmale gesucht und die damit verbundenen Informationen und Geschichten erfasst. Koordinator und Dokumentator war der Wanderführer des Teninger Schwarzwaldvereins, Konrad Ganz, der die Unterstützung durch den früheren Ortsbaumeister Hans Schindler, Altbürgermeister Hermann Jäger und den Bürgerverein Heimbach lobte. Begonnen haben die Arbeiten im Spätjahr 2011.

Auffallend bei der Zusammenstellung ist der Reichtum Heimbachs, wo alleine 53 dieser erinnerungsträchtigen Objekte registriert wurden. Das sind, wie es diese Aktion des Landes Baden-Württemberg definiert "ortsfeste, freistehende, von Hand geschaffene Gebilde aus Stein, Metall oder Holz, die nicht unbedingt künstlerisch bedeutungsvoll sein müssen, aber handwerklich gestaltet sind".

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Das gilt in Heimbach für den Hermannsbrunnen genauso wie für die sieben Brunnen, die für dieses Dorf am Gallenbach gezählt wurden. Mit dem Taufstein bei der katholischen Kirche steht dort auch das älteste Kleindenkmal, das die Sucher und Forscher um Konrad Ganz geortet haben. Spiegelt sich in Heimbach die Bedeutung des Steinbruchs in den Denkmalen wider, so wird in Teningen die Bedeutung des Wassers in der Geschichte deutlich, sind doch sieben Stellfallen unter den Denkmalen genannt.

Auch in Köndringen ist die Bedeutung des Wassers in Stein gehauen durch den Gedenkbrunnen, der die Wasserversorgung repräsentiert. Außer Wasser hat auch ein zweites Getränk eine besondere Bedeutung, worauf die Weintrotte beim Zehnthof hindeutet.

Grenzsteine, Mörderstein – und Wanderungen dorthin


Trotten findet man auch in Nimburg und Bottingen. Überall waren auch Grenzsteine in der Vergangenheit wichtig. Da sind aber auch makabre Vorkommnisse festgehalten, so in Heimbach im Gewann Erdenhardt, wo der Mörderstein daran erinnert, dass im Mai 1826 der Meuchler mit dem Schwert enthauptet wurde. Noch weiter zurück in die Vergangenheit weist der Bäckermaidli-Gedenkstein: "1758 war die Zeit-so man-erschlug die Bäkermaid hie zu Land-den Namen niemand-weist darum man also die Richtstatt so heißt. Wandrer weil an ihrer Stell- und beth für Seine und ihre Sell."

Konrad Ganz wird als Vorstandsmitglied des Schwarzwaldvereins dafür sorgen, dass Wanderungen an diesen Denkmalen vorbeiführen, so wie das schon geschehen ist aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Vereins, "denn Kleindenkmale sind Lesezeichen der Geschichte."